Pädagogische Arbeit

14. Inhalte unserer pädagogischen Arbeit
Wir gestalten den gesamten Tagesablauf als pädagogisches Angebot für die Kinder.

Des weiteren arbeiten wir in unserem Haus nach dem teiloffenen bzw. gruppenübergreifenden Konzept. Das bedeutet, dass jedes Kind einer Stammgruppe von je 12 Kindern, sowie 1er festen Erzieherin und 1-2 festen Kinderpfleger/innen zugeordnet ist.

Im Anschluss an unser Frühstück haben alle Kinder, an nicht festgelegten Tagen, die Möglichkeit an gezielten Kleingruppenangeboten, der anderen Gruppen, teilzunehmen oder auch den Vormittag in der Freispielzeit in einer anderen Gruppe, als Ihrer eigenen, zu verbringen. Die teiloffene Arbeit bietet aufgrund ihrer Struktur, Abläufen, sowie der unterschiedlich angebotenen Möglichkeiten und Anforderungen dem einzelnen Kind eine vorteilhafte/ positive Vorbereitung auf den Kindergarten.

Im sozialen Kontakt zu anderen Kindern und Erwachsenen erfahren sie Anregungen für ihre Wahrnehmung und ganzheitliche Entwicklung, d.h. ebenso im Bereich ihrer sozial- emotionalen, wie auch ihrer körperlichen, kreativen und geistigen Fähigkeiten.

Hierfür ist uns wichtig und ausschlaggebend:
Die Individualität des Kindes
X Förderung der persönlichen Fähigkeiten und individuellen Interessen
X Stärkung des Selbstvertrauens
X Förderung der Umweltwahrnehmung
X Förderung der eigenen Kreativität
X Berücksichtigung und Unterstützung der kulturellen Erfahrungen im pädagogischen Alltag
In den oben genannten Punkten versuchen wir die Kinder in ihrer Persönlichkeit, sowie auch in der Bewältigung von Konflikten zu stärken. Die Individualität des Kindes steht grundsätzlich im Vordergrund und die pädagogischen Angebote unserer Einrichtung richten sich nach den individuellen Bedürfnissen der Gruppe und der einzelnen Kinder.
Zur Entfaltung einer persönlichen und kulturellen Entwicklung ist natürlich auch der Kontakt zu anderen Kindern notwendig. Das pädagogische Personal soll der Familie in Ihren Erziehungsaufgaben zur Seite stehen und das Kind während der Zeit, die es in der Krippe verbringt, als wichtige Begleitperson in dessen Entwicklung unterstützen. Wir verstehen unsere Arbeit als familienergänzend und familienunterstüzend.

15. Babys bei uns
Unsere besondere Aufmerksamkeit gilt den Bedürfnissen unserer kleinsten „Zwerge“.
Von Geburt an sind Babys hervorragende Forscher. Sie erleben ihre Umwelt mit allen Sinnen. Wir möchten den Kindern eine sichere Umgebung bieten, mit vielen Gelegenheiten zum aktiven Entdecken und Spaß haben.
Sehr junge Babys brauchen viel Körperkontakt zu ihren Bezugspersonen, um sich gesund entwickeln und entfalten zu können. Wir verbringen viel Zeit damit, den Kindern die liebevolle Geborgenheit und Hilfestellung zu geben, die sie benötigen.
Mit den Eltern wird der genaue und individuelle Tagesrhythmus ihrer Babys abgesprochen und gestaltet. Die Babys sind stets mit im Geschehen und können somit viel von den größeren Kindern lernen. Natürlich bekommt es aber auch Ruhephasen, wenn es diese braucht und spezielle Angebote in Kleingruppen. In der Gruppe erhält das Kind ein Gefühl von Geborgenheit, lernt Rücksicht zu üben und Freundschaften zu schließen.

16. Ziele und Methoden unserer pädagogischen Arbeit

16.1. Förderung und Bildung der Sprache
Jedes Kind hat generell die Fähigkeit, bzw. die Anlage eine Sprache zu erlernen. Das Kind erwirbt die Sprache zum einen im Umgang mit anderen Kindern und Erwachsenen, indem es Sprache, Gesten und Töne wahrnimmt und nachahmt. Zum anderen trägt natürlich die direkte Ansprache an das Kind und dessen Sprachförderung und Spracherwerb bei. Nach einigen Wörtern beginnt das Kind im Krippenalter bereits einige Sätze zu formen. Die Kinder lernen Gegenstände zu benennen und sich durch Mimik und Körpersprache auszudrücken. Kinder erleben andere Kulturen und damit auch andere Ausdrucksweisen, Töne und Melodien.

Methoden:
X regelmäßige Gespräche mit den Kindern
X sprachliches Begleiten in den unterschiedlichsten Situation
X Aktive Kommunikation
X Singen in den verschiedensten Situationen
X Sprach- und Lautspiele
X einsetzen von Mimik und Gestik, um das Gesagte verständlicher zu machen
X verschiedene Sprachstile einsetzen
X Bilderbuchbetrachtung und Lerngeschichten

16.2. Naturwissenschaft und technische Bildung
Kinder brauchen Gelegenheit zum Forschen, Ausprobieren, Staunen, Bezweifeln und Verarbeiten.
Sie wollen sich ihre Umwelt aktiv aneignen und sie wollen selbst auf die Lösung eines Problems kommen.

Wir sehen Probleme als Lerngelegenheit und lassen den Kindern den Raum und die Zeit, ein Problem selbst zu lösen.
Die Kinder wollen die Welt in ihren Zusammenhängen erkennen und verstehen lernen, sie sollen die Wirklichkeit selbst spüren.
Nur so können sie sich die Dinge erklären und die Welt verstehen.
Wir sind der Meinung: Je mehr es dem Kind gelingt, die Welt für sich durchschaubar zu machen, desto sicherer kann es sein Leben in die Hand nehmen.

Methoden:
X Experimentieren
X Sinneswahrnehmung
X verschiedene Angebote
X Gespräche
X unterschiedlichste Spiel- und Bastelmaterialien
X Sammeln unterschiedlichster Materialien

16.3. Mathematische Bildung
Mathematische Bildung findet da statt, wo mathematische Inhalte und Tätigkei¬ten genutzt werden, um sich die Welt zu erschließen und zunehmend von einzel¬nen, speziellen zu allgemeinen Zusammenhängen zu abstrahieren.
Wenn mathematische Bildung über den Muster-Kontext verstanden wird, kön¬nen Kinder in den ersten drei Lebensjahren mathematische Bildungsprozesse vollziehen. Mathematische Bildung findet der mathematische Arbeitsweisen und Inhalte nutzen um sich mit der Welt aus-einanderzusetzten, also Sinn konstruieren und in ihre Netzwerke integrieren. Der mathematische Gehalt verschiedenster Situationen, die sicherlich auch unter anderem Fokus von Interesse sind, liegt darin, Muster und Strukturen zu erkennen, zu beschreiben, fortzuset¬zen, auszugestalten und selbst zu erzeugen (vgl. Wittmann 2003).
Zusammenfassend kann aufgrund der Literatur davon ausgegangen werden, dass auch Kleinkinder mathematische Bildungsprozesse vollziehen.

Methoden:
X Bastelangebote
X Schüttangebote
X Fingerspiele
x Tischdecken
X unterschiedlich große Gegenstände erforschen
X Abzählreime

16.4. Sinneswahrnehmung und Psychomotorik
X Sinneswahrnehmung
Unsere Sinne ermöglichen es uns unsere Umwelt wahrzunehmen, sie begreifen und zu verstehen und uns in ihr zu Recht zu finden. Als Wahrnehmung versteht man den Vorgang der Aufnahme von Informationen über die Sinnesorgane. Dies ist ein sehr komplexer Prozess, bei dem funktionsfähige Sinnesorgane vorausgesetzt werden. Die Informationen aus der Umwelt müssen richtig aufgenommen, in den vorhandenen Erfahrungsschatz des Kindes eingeordnet und verarbeitet werden. Die anschließende Reaktion ist eine Entscheidung, die aufgrund bereits erlebter Situationen getroffen wurde. Die Reaktionen der Umwelt werden bewertet und gespeichert. So beeinflusst die bereits gemachte Erfahrung des Kindes die künftige Reizverarbeitung und die Reaktionen; es entsteht ein Lernprozess.

X Psychomotorik
Als ganzheitliches Konzept geht Psychomotorik von der „untrennbaren Einheit von psychischem Erleben und körperlichem Ausdruck“ aus. Über verschiedene Bewegungs- und Gemeinschaftsangebote (statt Aufträge) sollen sie in frühester Kindheit Erfahrungen sammeln mit dem eigenem Körper und Kreativität, Spaß, Selbstvertrauen und Kommunikationsfähigkeit erleben. Nur wer seinen Körper kennt und sich an ihm orientiert, kann sich auch an der Umwelt orientieren und selbstbestimmt handeln und die Umwelt beeinflussen. (vgl. Zimmer)
Im Säuglings- und Kleinkind-Alter stehen besonders körpernahe Sinne im Vordergrund: taktile, visuelle, auditive Sinne bei einer Berührung oder Stellungs- und Gleichgewichtsreize beim Getragen-werden. So verarbeitet das Kind Erlebnisse, setzt körperliche, seelische, geistige Entwicklung in Gang, eignet sich Wissen über Zusammenhänge in der Umwelt an und entdeckt seine Handlungsfähigkeit und, wie es die Welt beeinflussen kann (vgl. Affolter, Zimmer). Ziel des Psychomotorik-Konzepts ist nach Melchert ein positives Selbstkonzept bzw. Selbstbild. Es entsteht bei jedem Menschen durch Erfahrungen mit dem Körper, dem sozialen Umfeld und den materiellen Umgebung sowie durch Erwartungen und Bilder, die Andere von außen auf die Person projizieren. Mitmenschen können mit Anerkennung, Gleichgültigkeit oder Ablehnung auf das Äußere, auf Äußerungen und Handlungen reagieren (Fremdbild). Dies kann das Selbstbild wiederum beeinflussen (vgl. Kiphhard). Beim „Aufbau des Selbstkonzepts spielen insbesondere im Kindesalter motorische Fähigkeiten eine große Rolle: …Wird das Kind in seinen [körperlich kommunizierten] Bestrebungen nicht wahrgenommen, so kann es bereits in diesem Alter dazu führen, dass ein Kind sich selbst … als nicht kompetent erfährt und somit eine geringere Einschätzung seiner eigenen Person vornimmt“ (vgl. Zimmer). Für eine stabile Persönlichkeitsbildung ist die Förderung der eigenen Körperwahrnehmung, -einschätzung und Reflexion seiner Kompetenz – statt auf Basis fremder Bilder, Erwartungen oder Abhängigkeiten – maßgebend (vgl. Zimmer).

Methoden:
X gezielte Angebote
X Massagen
X „Pritscheln“
X sich eincremen
X Offene Bewegungs- und Laufspiele
X Bewegung zu Rhythmischen Klängen
X Freispiel im Garten

16.5. Musikerziehung
Mit Musik kann bei Kindern der Spaß am Zuhören und sich bewegen herausgebildet werden. Musik kann zum Einsatz für Freude, aber auch zur Entspannung dienen. Mit Musik ist es dem Kind möglich, seine Erlebniswelt in Gefühle auszudrücken. (nach BBEP,S.337)
In allen Kulturen der Welt gibt es dasselbe Phänomen: Begeisterte Kinder, die zu einem Lied mit elementarer Lebensfreude tanzen und singen. Die Affinität und Faszination, die von Musik und Tanz ausgehen, sind letztendlich unabhängig vom Lebensalter, von der Intelligenz, vom Kulturkreis und auch von Wahrnehmungsdefiziten und Behinderungen. Musik wird als universelle Sprache betrachtet. Der Mensch lässt sich von Musik emotional „fesseln“ und bewegt sich gerne dazu rhythmisch. Musische Erziehung ist einer der wichtigsten Erziehungsbereiche für Kinder, Musik, Spiel und Tanz sind für Kinder nicht nur unter entwicklungspsychologischen Aspekten wichtig, sondern sind als kultureller Baustein von großem Stellenwert. Lieder und musikalische Spiele erzeugen ein Gefühl der Zusammengehörigkeit und geben dem Erleben Farbe und Stimmung.

Methoden:
X Tägliches Singen im Morgenkreis und im Alltag
X spezielle Angebote z.B. mit Konzentration auf ein Instrument
X anwenden von verschiedenen Musikinstrumenten
X Klanggeschichten
X produzieren von eigener Musik
X Bewegungs- und Tanzspiele

16.6. Förderung der Kreativität
Für Kinder ist wichtig die Umwelt mit allen Sinnen wahrzunehmen, sie bildnerisch zu gestalten und spielend in verschiedene Rollen zu schlüpfen (nach BBEP, S. 310).
Die ästhetische Erfahrung spielt bei der Weltentdeckung der Kinder eine zentrale Rolle. Beim künstlerisch-ästhetischen Gestalten werden zudem jene nicht-sprachlichen Ausdrucksformen gefördert.

Methoden:
X verschiedene situationsorientierte Projekte im Atelier
X Angebote mit den unterschiedlichsten Materialien
X Bastelarbeiten
X freies Gestalten
X Schneiden / Kleben

16.7. Erziehung zur Selbständigkeit
Wenn Kinder in unsere Kinderkrippe kommen, machen sie einen großen Schritt in die Selbstständigkeit und erhalten viele neue Impulse für ihre Entwicklung. Für viele der Kinder ist es eine ganz neue Erfahrung, sich ohne ihre Eltern in einer neuen Umgebung zurechtzufinden. Sie lernen andere Kinder und Erwachsene kennen und müssen sich in einer großen Gruppe zurechtfinden und ihren Platz suchen. Schließlich müssen sie eines Tages für sich die alleinige Verantwortung übernehmen, sich selbst und die nächste Generation schützen und versorgen. Bis dahin vergehen zwar noch viele Jahre, aber Selbstständigkeit stellt sich nicht in einem bestimmten Alter automatisch ein. Sie ist vielmehr das Ergebnis eines langen Lernprozesses, der in der frühesten Kindheit einsetzt. Dieser Prozess besteht aus unzähligen kleinen Schritten und hat bereits begonnen, wenn die Kinder zum ersten Mal bewusst das Wort „Ich“ benutzen und damit erkannt haben, dass sie eigene Personen sind.

Methoden:
X immer wieder neue Erfahrungsräume eröffnen
X durch das annehmen von Aufgaben und Herausforderungen, so ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten üben
X selbstständige und produktive Bewältigung von Aufgaben
X bei der Bewältigung des Krippenalltags den Kindern etwas zutrauen
X transparente, vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Eltern
X Kinder individuell betrachten: welche Hilfe und Unterstützung das einzelne Kind in Bereichen wie Loslösung von den Eltern, Kontaktanbahnung und Orientierung in der Gruppe, aber auch bei ganz praktischen Dingen wie An- und Auskleiden, Frühstücken, Toilettengang, Aufräumen usw. benötigt.

16.8. Körperpflege
Das Kind lernt sich die Hände zu waschen, Zähne zu putzen und auf die Toilette zu gehen. Andere Kinder werden gewickelt, wobei sie die Möglichkeit haben ihre Windel selbst zu öffnen. Dies kann später die Selbständigkeit bei der Nutzung einer Toilette erleichtern. Durch das gemeinsame Wickeln und die Benutzung der Toilette von den Älteren, lernen die Kleinen von den Großen. Der Beginn der Sauberkeitserziehung hängt vom jeweiligen Kind ab. Hierbei kann sich jedes Kind die Zeit nehmen die es braucht, wir legen Wert darauf, dass kein Kind gezwungen wird auf die Toilette zu gehen.

Methoden
X situationsentsprechende Angebote wo z.B. alle Kinder mal ohne Windeln sein dürfen
X regelmäßige Hygienische Maßnahmen
X Zusammenarbeit mit der Gesundheitsamt und regelmäßige Besuche für die Zahnprophylaxe

16.9. Geschlechterbewusste Pädagogik
Mädchen und Jungen werden in unserer Einrichtung gleichberechtigt und gleichwertig behandelt. Die Unterschiede zum anderen Geschlecht werden respektiert und wahrgenommen. Es werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausgearbeitet und mit den unterschiedlichsten Angeboten z.B. durch Kleingruppen eingegangen
Wir hinterfragen Rollenfestlegungen, unterschiedliche Frauen – und Männerbilder und kulturgeprägte Vorstellungen über Geschlechteridentität.

Methoden:
X gleichberechtigtes Verhalten gegenüber den unterschiedlichen Geschlechter z.B. auch in Hinblick auf die Aufgabenverteilung
X Gefühle zulassen
X Unterschiede tolerieren
X Rücksichtnahme
X Variation an Ausflügen

17. Bereiche des Bayrischen Bildungs- und Erziehungsplans

17.1. Basiskompetenzen
Um im Leben zu recht zu kommen, benötigt der Mensch gewisse Fähigkeiten, welche er im Laufe der Zeit erlernen muss.
Im frühen Kindesalter spricht man von so genannten Basiskompetenzen, welche im BayKiBiG und vor allem im Bayrischen Bildungs- und Erziehungsplan beschrieben werden und zu fördern sind:
Bei Kindern frühpädagogisch zu fördernde Basiskompetenzen sind:

17.1.1. Personale Kompetenz =
X die Förderung des Selbstwertgefühls
X Sich ausprobieren, durch sichere Bindung emotionaler Wärme und verlässlichen Regeln im Tagesablauf
X die Förderung des positiven Selbstkonzeptes durch Wertschätzung,
X Erfahren der eigenen kindlichen Kompetenz
X Autonomie erfahren und erleben, durch austesten

17.1.2. Kognitive Kompetenz =
X Anregung durch verschiedene Sinne zu Denk-, Erkennens- und Gedächtnisprozesse
X Die Denkfähigkeit anregen durch logisches Denken lernen
X differenzierten Wahrnehmung durch auseinandersetzen mit verschiedenen Materialien, Situationen
X Zahlen, Formen, Farbe und Begriffe kennen lernen
X Lernen Hypothesen zu bilden
X mit allen Sinnen lernen
X durch eine positive Fehlerkultur, Lösungen für sich finden
X aus eigenen Fehlern lernen und neue Möglichkeiten in Betracht ziehen

17.1.3. Physische Kompetenz =
X grundlegende hygienische Maßnahmen erlernen
X die Entwicklung der Grob- und Feinmotorik
X körperliche und geistige Anstrengung und Entspannung
X gesunden Bezug zum eigenen Körper entwickeln
X gesunde Ernährung
X Entwicklung von Stressbewältigungstrategien

17.1.4. Soziale Kompetenz =
X Erlangung von guten Beziehungen, Empathie und der Perspektivübernahme.
X Fähigkeit zur Rollenübernahme
X Grenzen setzen und halten der Grenzen
X Fähigkeit der Kommunikation.
X Die Grenzen des Gegenübers sollen erkannt und respektiert werden.

17.1.5. Motivationale Kompetenz =
X Freie Entfaltung innerhalb bestehender Grenzen seiner Entwicklung und
X Lernen selbst zu bestimmen was es und wie es etwas möchte
X Kinder sollen die Erfahrungen machen können, etwas zu können
X lernt sein eigenes Verhalten selbst zu beobachten und zu bewerten
X Kinder sind Neuem gegenüber immer aufgeschlossen und interessiert

17.1.6. Entwicklung von Werten und Orientierungskompetenz =
X grundlegendes Bedürfnis nach sozialer Zugehörigkeit.
X Förderung durch das Zusammenleben der Kinder in den verschiedenen Kindergruppen
X Durch Kinder mit verschiedenen Kulturen in den Gruppen erhalten die Kinder Gelegenheit, Menschen mit anderen Werten, Einstellungen und Sitten zu begegnen.

17.1.7. Fähigkeit und Bereitschaft zur Verantwortungsübernahme =
X Verantwortung für ihr eigenes Handeln sowohl anderen Menschen als auch der Umwelt und der Natur übernehmen.

17.1.8. Fähigkeiten und Bereitschaft zur demokratischen Teilhabe =
X Die Kinder sollen den Alltag mitgestalten können und ein Recht zur Mitsprache haben
X Kinder erleben dadurch ein für sich geeignetes Umfeld
X Vorbereitung auf ein Leben in einer demokratischen Gesellschaft

17.1.9. Lernmethodische Kompetenz =
X Basis für ein lebenslanges, selbstgesteuertes Lernen
X Grundlage für einen bewussten Wissenserwerb gelegt
X das erworbene Wissen soll angewandt werden auf andere Situationen anzuwenden bzw. zu übertragen sein
X jedes Kind hat seinen eigenen Lernweg
x Kind soll verschiedene Lernwege erfahren und ausprobieren können.

17.1.10. Resilienz =
X Grundlage für die positive Entwicklung des Kindes, seiner
Gesundheit und seines Wohlbefinden
X Grundstein für einen kompetenten Umgang mit individuellen, familiären und gesellschaftlichen Veränderungen und Belastungen

18. Partizipation
Partizipation bedeutet Beteiligung an Entscheidungen, die das eigene Leben und das der Gemeinschaft betreffen, und damit Mitwirkung, Mitgestaltung, Mitbestimmung und Mitverantwortung ebenso wie das Ermöglichen von Selbstbestimmung und Eigenverantwortung. Beschwerde- und Streitkultur sowie eine Kultur der Konfliktlösung sind weitere Aspekte von Partizipation. Partizipation und Ko-Konstruktion sind eigenständige, aber zugleich ineinandergreifende Elemente im Bildungsgeschehen. Wird von dem Bild des Kindes als aktiver Mitgestalter seiner Bildungsprozesses ausgegangen, wird dieser verwirklicht durch Interaktion, Zusammenarbeit sowie dem Aushandeln. Partizipation ist Bestandteil ko-konstruktiver Bildungsprozesse und zugleich Voraussetzung für deren Gelingen. Kinder müssen daher die Möglichkeit haben, ihre Interessen, Wünsche, Hoffnungen, Ängste und Probleme überall dort einzubringen, wo es um ihre Belange geht. Jedes Kind hat ein Recht darauf, seine Interessen zu äußern und in altersangemessener Weise mit diesen auch berücksichtigt zu werden. Partizipation ist eine Frage der pädagogischen Haltung und Gestaltung. Alle Bildungsorte und -einrichtungen stehen daher heute in der Verantwortung, der Partizipation der Kinder einen hohen Stellenwert und festen Platz einzuräumen. (nach Bayrische Bildungsleitlinien für Bildung und Erziehung von Kindern von 0-10Jahren):

Partizipation bei uns:
X Partizipation im pädagogischen Alltag
X Partizipation an der Entwicklung der Einrichtung
X Übertragen von Verantwortung für andere
X Mitbestimmen der unterschiedlichsten Situationen
X Gemeinsames Aushandeln von Regeln und Grenzen

19. Beobachtung und Dokumentation
Das Beobachten der Kinder ist für das pädagogische Personal das wichtigste Werkzeug um den Entwicklungsstand zu erkennen.
Hierfür arbeiten wir mit Ordnern in denen Lernprozesse
der Kinder fotografisch gezeigt und festgehalten werden, ebenfalls befinden sich für jeden Monat mindestens eine Lerngeschichte darin.
Um Angebote, Projekte und Elterngespräche durchführen zu können müssen Kinder genau beobachtet werden. Hier benutzen wir in der Kinderkrippe die Beobachtungstabellen von Kuno Beller.

20. Angebote
Während des Tagesablaufes werden verschiedene Lernsituationen angeboten. Im täglichen Morgenkreis werden unterschiedliche landesübliche Lieder, Bewegungs- und Fingerspiele in den verschiedenen Sprachen durchgeführt. Mit den Kindern wird gemeinsam gebastelt, geturnt, getanzt, Bilderbücher angeschaut und die Natur erkundet. Hierbei werden die verschiedenen Bereiche des Bayrischen Bildungs- und Erziehungsplanes mit integriert und gefördert. Durch das pädagogische Personal nach Beobachtung der Kinder werden die Angebote geplant, um so auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder eingehen zu können und eventuell sogar ein Projekt entstehen zu lassen.

21. Morgenkreis
Unser Morgenkreis findet im Nebenraum der jeweiligen Gruppe auf einem Kreisrundenteppich statt, dort versammelt sich die jeweilige Gruppe und es wird als erstes ein Begrüßungslied gesungen, bei dem alle Kinder und Erwachsene welche Anwesend sind namentlich erwähnt werden. Dann wird ein Kind ausgewählt welches mit Hilfe eines Erwachsenen, die anwesenden Kinder zählen darf, dabei wird auch dann festgestellt, wer denn an dem Tag nicht anwesend ist, damit die Kinder lernen Ihre Mitmenschen wahrzunehmen und wertzuschätzen. Als nächstes werden ein bis zwei Lieder zu aktuellen Themen bzw. Jahreszeiten gesungen, welche dann für eine bestimmte Zeit immer wieder im Morgenkreis wiederholt werden. Die Kinder dürfen sich danach noch selbst zwei bis drei Lieder oder ein Fingerspiel wünschen. Der Morgenkreis wird immer mit dem gleichen Lied abgeschlossen, nach diesem Lied gehen die Kinder dann in das Bad zum Händewaschen und anschließend zum Frühstücken.

22. Das Freispiel
Definition Freispiel:
„Freispiel, nennt man den Zeitabschnitt der pädagogischen Arbeit, in welchem sich Kinder das Spielzeug, den Ort und den Freund, die Freundin zum Spielen selbst wählen dürfen.“ (Maria Caiati)

Ziele des Freispiels: Das Spiel der Kinder erscheint für viele vielleicht als unproduktive Aktivität, nach dem Motto: „Die spielen ja nur.“ Dabei wird unterschätzt, dass die Kinder sich im Spiel viele Kompetenzen wie:
– Kommunikation,
– Durchsetzungsvermögen,
– Ausdauer,
– Konzentration,
– Rücksichtnahme,
– Kreativität u. v. m. aneignen.
Durch Ausprobieren, Nachahmung und Wiederholung werden viele neue Fähigkeiten entwickelt, erprobt und vertieft. Es entsteht Raum für eigene Entscheidungen, Eigeninitiative und gemeinsames Handeln.
Das Freispiel bei uns in der Einrichtung:
Uns ist es sehr wichtig, dass wir den Alltag in unserer Kinderkrippe nicht zu sehr verschulen, denn gerade das intuitive, selbständige Erforschen der Umwelt im Spiel, alleine und mit anderen Kindern, trägt wesentlich zur Persönlichkeitsentwicklung bei.
Wir achten darauf, dass den Kindern entsprechend ihrer Interessen, ihren Bedürfnissen und ihres Entwicklungsstandes gerechtes, ansprechendes und förderndes Spielmaterial zur Verfügung gestellt wird.
Im Freispiel dürfen bzw. sollen die Kinder selbst entscheiden, was, wo, wie lange und mit wem sie spielen möchten. Daraus entwickeln sich dann anspruchsvolle Rollenspiele oder komplexe Bautätigkeiten mit unterschiedlichen Materialien. Die Kinder experimentieren, lösen eigenständig Probleme und üben soziales Verhalten ein. Konzentration, Grob- und Feinmotorik, Ausdauer, Rücksichtnahme und Geduld werden gefördert. Den Kindern wird also eine geeignete Lernumgebung geschaffen, in der es frei entdecken, erkunden und sich entfalten kann.